Vorgehensweise bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung
Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements ist die Stressanaylse ein notwendiges und effektives Mittel der Prävention von Stress und Burnout. Die Stressanalyse wird sowohl zur Bedarfsermittlung wie auch zur Erfolgsüberprüfung (Evaluation) von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung eingesetzt.
Ausgangspunkt ist für eine Stressanalyse im Unternehmen ist häufig die Unsicherheit darüber, wie hoch der Anteil Stress- und Burnout-gefährdeter Mitarbeiter ist. Die Analyse von Stress und Burnout in Unternehmen bedarf einer systematischen Vorgehensweise:
- Bedarfsermittlung: Status Quo der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter
Wie hoch ist das Risikopotenzial bzw. gibt es bestimmte Risikogruppen? - Zielsetzung, Planung und Durchführung geeigneter Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung
- Erfolgskontrolle: Überprüfung des Wirksamkeit der Maßnahmen und erneute Standortbestimmung
Ziele der Stressanalyse
Für die Stressanalyse gibt es verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, u.a.:
- Früherkennung von Stress und Burnout (Frühwarninstrument)
- Vermeidung bzw. Reduzierung von Stress am Arbeitsplatz, Hilfestellung für die Stressprävention
- Bedarfsermittlung und Erfolgskontrolle bzw. Evaluation von Maßnahmen zur Stressreduzierung
- Systematische Mitarbeiterbefragung zur Erfassung bzw. Analyse der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter
- Identifikation von Risikogruppen, die besonders von Stress gefährdet sind
- Identifikation der Ursachen von Stress und Burnout
Stressanalyse-Tool
Die Stressanalyse erfolgt mit Hilfe des arbeitsspezifischen Erholungs- und Beanspruchungsfragebogens (EBF-work; Kallus & Jimenez 2008) bzw. dessen Screeningversion recoveryCheck.
Abhängig von der Version des EBF-work können bis zu drei Ebenen ausgewertet werden:
- recoveryCheck (eine Ebene)
Faktoren Beanspruchung und Erholung - EBF-work 56 (zwei Ebenen)
Dimensionen von Beanspruchung und Erholung, z.B. Fehlbeanspruchung - EBF-work 72 (drei Ebenen)
Facetten der Dimensionen von Beanspruchung und Erholung, z.B. Emotionale Erschöpfung
Bei allen Versionen erhalten die Befragungsteilnehmer ein unmittelbares Online-Feedback mit Ampeln für ihre aktuelle Leistungsfähigkeit anhand der Faktoren Beanspruchung und Erholung.
recoveryCheck (28 Fragen)
Für den allgemeinen Überblick zur Stress- und Burnoutsituation: Übersicht über das Gefährdungspotenzial einzelner Unternehmensbereiche und bestimmter Personengruppen (z.B. Führungskräfte vs. Mitarbeiter) anhand der Faktoren Beanspruchung und Erholung.
EBF-work 56
Für eine detaillierte Analyse der Stress- und Burnoutsituation mit Informationen über Schwerpunkte: Differenzierte Übersicht über das Gefährdungspotenzial einzelner Unternehmensbereiche und bestimmter Personengruppen (z.B. Führungskräfte vs. Mitarbeiter) anhand der Dimensionen von Beanspruchung und Erholung, zusätzlich zu den beiden Faktoren.
EBF-work 72
Für eine sehr detaillierte Analyse der Stress- und Burnoutsituation mit Informationen über Schwerpunkte und Ursachen: Sehr differenzierte Übersicht über das Gefährdungspotenzial einzelner Unternehmensbereiche und bestimmter Personengruppen (z.B. Führungskräfte vs. Mitarbeiter) anhand der Facetten der Beanspruchung und Erholung, zusätzlich zu den beiden Faktoren und den Dimensionen.
Zusatzmodule für das Betriebliche Gesundheitsmanagement
Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bzw. einer systematischen betrieblichen Gesundheitsförderung kann jede Version des Stressanalyse-Fragebogens EBF-work mit spezifischen Zusatzmodulen kombiniert werden.
RISCO - Risikoindex der Stressverarbeitung
Neben der aktuellen Beanspruchung und Erholung spielt auch der generelle Umgang mit Stress eine Rolle bei der Entstehung von Burnout. Mit dem RISCO wird ein Risikoindex der allgemeinen Stressverarbeitung ermittelt.
healthCheck
Für die Analyse der Gesundheit im Unternehmen: Fragebogen zu den verschiedenen Gesundheitsaspekten wie körperliche Fitness, Essverhalten, Risikofaktoren, allgemeine Gesundheit, inkl. ausführlicher Personenangaben (z.B. Arbeit trotz Krankheit).
teamCheck
Stress und Burnout hängen eng mit der Teamqualität zusammen: Positive Teamqualität bieten einen Schutz vor Stress und Burnout, d.h. in einem gut funktionierenden Team entsteht weniger Stress und die Teammitglieder sind seltener von Burnout betroffen.
Daher kann, je nach Zielsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Stressanalyse mit einer Teamanalyse anhand des teamCheck kombiniert werden.
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